Darmstadt, im Januar 2009
Für 2009 erwarten Experten ein Ansteigen der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland auf 33.000 bis 35.000 Fälle (2008 verzeichnete man 29.800 Fälle). Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen wird wieder steigen: schätzungsweise auf bis zu 145.000 Personen (2008 waren es 98.5000 Personen). Die Gründe liegen auf der Hand: Von der schweren Krise an den internationalen Finanzmärkten, ist kaum ein Wirtschaftsbereich verschont geblieben. Für Unternehmen und private Haushalte haben sich die Finanzierungsbedingungen verschlechtert, Geschäftserwartungen werden zurückgeschraubt, Vermögensverluste dämpfen die Stimmung.
Hatte die deutsche Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte 2008 noch einmal ein kräftiges Zwischenhoch durchschritten, tendierte die Konjunktur aufgrund des sich verschlechternden außenwirtschaftlichen Umfelds und der Verschärfung der Finanzkrise seit der Jahresmitte deutlich nach unten. Die deutsche Wirtschaft ist von der internationalen Konjunkturschwäche besonders betroffen, da die Nachfrage nach Investitionsgütern, die im deutschen Exportsortiment eine dominante Stellung einnehmen, stark zurückgeht.
Dementsprechend ging der an den Finanzmärkten viel beachtete ifo-Geschäftsklima-Index im Dezember 2008 erneut zurück. Laut Umfrage des Münchener ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung verringerte sich der Index auf 82,6 Punkte, nach 85,8 Punkten im Vormonat und 103 Punkten im Dezember 2007. Dies ist der siebte Rückgang des Index in Folge.
Auch der private Konsum wollte sich 2008 nicht wirklich in positive Richtung entwickeln, sondern trat im Jahresdurchschnitt eher auf der Stelle. Der bis zum Herbst andauernde Höhenflug der Energie- und Kraftstoffpreise sowie die Teuerung bei Lebensmitteln reduzierten die Kaufkraft der Bürger.
Insolvenzgefährdete Branchen in 2009
Bereits Ende des vergangenen Jahres zeichnete sich ab, dass insbesondere die Autoindustrie und Zulieferbetriebe sowie Autohändler den Abschwung merklich spüren werden. Nach Expertenmeinungen werden aber auch die Transport- und Logistikwirtschaft sowie viele unter nehmensnahe Dienstleistungsbereiche, Call Center und Personalvermittlungsagenturen unter steigenden Insolvenzen zu leiden haben. Die Summe der Insolvenzschäden wird für das Jahr 2009 auf rund 33 Milliarden Euro (2008: 29 Milliarden Euro) geschätzt.
Vielen bonitätsschwachen Unternehmen wird die geringere Nachfrage, gepaart mit einer eingeschränkten Kreditvergabe, Schwierigkeiten bereiten. Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat sich im Dezember 2008 erneut erhöht. Die Tendenz zu einer restriktiveren Kreditvergabe durch die Banken beschleunigt sich, so das ifo-Institut. Außerdem würden Großunternehmen, die traditionell den besten Zugang zu den Krediten in der Vergangenheit hatten, heute offenbar am ehesten auf die Kredithürden stoßen, da sie auf die von der Finanzkrise besonders betroffenen großen Privat- und Landesbanken angewiesen sind, so das Institut für Wirtschaftsforschung weiter.
Eine genaue Prognose zur Konjunkturentwicklung und Kreditvergabe gestaltet sich derzeit eher schwierig, da neben den vorherrschenden Abwärtsrisiken, die sich aus der weltweiten Finanzkrise ergeben, noch nicht abschätzbar ist, in welchem Umfang Konjunkturprogramme in Deutschland aufgelegt werden und wie diese letztendlich greifen.
Credit Management als wichtiger Hebel zur Unternehmenssicherung
In dieser Situation sind Unternehmen gut beraten, ihr Credit Management stärker in den Mittelpunkt ihres unternehmerischen Handelns zu stellen. Mit Prävention der Krise trotzen, sollte die Devise sein, denn es dürfte einem Unternehmen in aller Regel leichter fallen, einen Forderungsausfall von vornherein gar nicht entstehen zu lassen oder zumindest zu reduzieren, als ihn hinterher durch aufwändige und kostspielige Maßnahmen wieder auszugleichen.
Der eigentliche Mehrwert für Unternehmen spiegelt sich oftmals gerade in wirtschaftlich angespannten Perioden wider - nämlich dann, wenn die Zahlungsmoral sinkt und sich die Insolvenzen im Kundenportfolio häufen. Dann kann man mit einem gut aufgestelltem Credit Management erkennen, unter welchen Bedingungen sich Kundenbeziehungen noch rentieren.
Unternehmen sollten daher ihr Augenmerk auf eine ganzheitliche Betrachtung der gesamten Credit Management-Prozesskette richten. Dies findet allerdings vielerorts nur ungenügend statt, weil entweder die personellen Ressourcen fehlen oder aber das notwendige Know-how im eigenen Unternehmen nicht vorhanden ist, da es in der Regel auch nicht zur Kernkompetenz der Unternehmen gehört.
Konzentration auf Kernkompetenz durch Outsourcing des Credit Managements
Abhilfe können hier spezialisierte Credit Management-Dienstleister, wie Intrum Justitia, schaffen, die bei frühzeitigem Einbezug, effektivere Resultate erzielen können, als das Unternehmen selbst. So kann Intrum Justitia beispielsweise schon zu Beginn einer Geschäftsbeziehung unter Nutzung seiner umfassenden Kenntnisse des Zahlungsverhaltens und der vorhandenen Bonitätsdaten von Konsumenten und Unternehmen dazu beitragen, dass neben dem Umsatzpotenzial des Neukunden auch die Risikobetrachtung hinsichtlich der Bonität und eines möglichen Forderungsausfalls miteinfließt.
Neben der besseren Treffsicherheit bei der Neukundengewinnung, erzielen spezialisierte Credit Management-Dienstleister aber auch nach erfolgtem Geschäftsabschluss einen positiven Wertschöpfungsbeitrag, indem sie bei der Schuldneransprache durch entsprechendes Know-how, geschulte Mitarbeiter und den Einsatz von Erfahrungen im Zahlverhalten gegenüber der Eigenleistung signifikant bessere Resultate realisieren können.
Über Intrum Justitia
Intrum Justitia ist der führende Anbieter von Credit Management Services in Europa. Intrum Justitia beschäftigt über 3.100 Mitarbeiter in 24 Märkten. Die Gruppe ist an der Stockholmsbörsen (Stockholm Stock Exchange) notiert. Weitere Informationen auf www.intrum.de.
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