European Payment Report 2026
Intrum veröffentlicht den European Payment Report und den Country Report für Deutschland
Der neue European Payment Report (EPR) 2026 von Intrum sowie der dazugehörige Country Report Deutschland zeigen deutlich: Zahlungsverzug entwickelt sich zunehmend zu einem ernstzunehmenden Wachstumshemmnis für Unternehmen in ganz Europa. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten überschreitet der Anteil verspätet eingehender Umsätze ein tragfähiges Niveau, mit spürbaren Folgen für Liquidität, Stabilität und Investitionsfähigkeit.
Zahlungsverzug erreicht kritisches Niveau
Laut European Payment Report 2026 ist der Anteil verspätet gezahlter Umsätze in Europa auf über 12 Prozent gestiegen. Damit wird eine Schwelle überschritten, die viele Unternehmen ohne Beeinträchtigungen im operativen Geschäft nicht mehr kompensieren können.
Die Auswirkungen sind erheblich: Mehr als die Hälfte der Unternehmen gibt an, dass sie aufgrund von Zahlungsverzug bereits ihre Wachstumsziele verfehlt haben. Zahlungsverzug bindet Kapital, erhöht Risiken und erschwert strategische Investitionen.
Gerade in einem wirtschaftlich angespannten Umfeld wird deutlich, wie stark funktionierender Zahlungsverkehr zur Stabilität von Unternehmen beiträgt.
Wachstum bleibt Priorität, trotz zunehmender Belastung
Trotz dieser Herausforderungen nennen 64 Prozent der europäischen Unternehmen Wachstum als oberste Priorität für 2026, der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre. Dies deutet auf einen Stimmungswandel hin: Der Fokus verschiebt sich vom reinen Krisenmanagement zurück hin zu nachhaltigem Erfolg.
Gleichzeitig zeigen die Daten deutlich, dass Zahlungsverzug die tägliche Geschäftstätigkeit zunehmend beeinträchtigt. Operative Unsicherheiten und Liquiditätsengpässe stehen ambitionierten Wachstumszielen entgegen.
Kettenreaktionen in europäischen Lieferketten
Zahlungsverzögerungen bleiben selten isoliert und der European Payment Report macht die systemische Dimension sichtbar:
- 62 Prozent der Unternehmen geben an, ihre eigenen Lieferanten aufgrund verspäteter Zahlungseingänge nicht fristgerecht bezahlen zu können.
- Die sogenannte Zahlungslücke im B2B-Bereich hat sich weiter vergrößert, von 16 Tagen im Jahr 2023 auf 20 Tage im Jahr 2026.
Diese Entwicklung erhöht den Druck entlang der gesamten Lieferkette und verstärkt wirtschaftliche Unsicherheiten.
Der Blick nach vorn bleibt angespannt
Mehr als die Hälfte der europäischen Unternehmen rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einem weiter steigenden Risiko für Zahlungsverzug oder Zahlungsausfälle. Die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit und steigende Kostenbelastungen verstärken diesen Trend.
Europaweit stärkere Zahlungsdisziplin und zunehmender KI-Einsatz
Da Zahlungsverzögerungen zunehmend zu erheblichen Beeinträchtigungen führen, reagieren Unternehmen mit verstärkter Zahlungsdisziplin. Als Reaktion auf die wachsenden Risiken intensivieren viele Unternehmen ihre Maßnahmen:
- Sechs von zehn Unternehmen ergreifen aktiv Schritte zur Vermeidung von Zahlungsverzug, der höchste Wert seit sechs Jahren.
- 66 Prozent nutzen bereits künstliche Intelligenz im Zahlungsverkehr (2025: 59 Prozent).
- 23 Prozent nennen Effizienzsteigerung als zentralen Nutzen von KI-Lösungen.
Gleichzeitig geben 55 Prozent der Unternehmen an, noch nicht über ausreichende Kompetenzen zu verfügen, um das volle Potenzial von KI auszuschöpfen.
Deutschland im Fokus: Zurückhaltend, aber mit wachsendem Bewusstsein
Der Country Report Deutschland zeigt ein differenziertes Bild. Trotz anfänglicher Zuversicht zu Beginn des Jahres 2026, verlief der Jahresstart verhalten. Rückläufige Import- und Exportzahlen spiegeln die wirtschaftliche Abkühlung wider.
Zentrale Erkenntnisse für Deutschland:
- 58 Prozent der Unternehmen berichten, dass sie aufgrund der wirtschaftlichen Lage Schwierigkeiten haben, ihre Lieferanten pünktlich zu bezahlen (Europäischer Durchschnitt: 51 Prozent).
- 57 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es nun, da KI die Zahlungsabwicklung unterstützen kann, noch weniger Ausreden für verspätete Zahlungen gibt, im Vergleich zu 48 Prozent im europäschen Durchschnitt.
Gleichzeitig ist die Zurückhaltung beim KI-Einsatz hierzulande ausgeprägter, denn 54 Prozent der deutschen Unternehmen befürchten zusätzliche Risiken durch KI im Zahlungsverkehr, der europäische Durchschnitt liegt bei 44 Prozent. Datenschutz und Datensicherheit bleiben zentrale Hemmnisse für eine breitere Implementierung.
Technologie als Wettbewerbsfaktor
Trotz bestehender Vorbehalte zeigen erste Praxisbeispiele in Deutschland, welches Potenzial moderne Technologien bieten. Unternehmen, die bereits in KI-gestützte Zahlungsprozesse investiert haben, berichten von:
Diese Unternehmen positionieren sich zunehmend als Vorreiter in ihren Branchen und sichern sich langfristige Wettbewerbsvorteile.
Effizientes Forderungsmanagement als Schlüssel zum Wachstum
Der European Payment Report 2026 macht deutlich: Zahlungsverzug ist längst kein Randthema mehr, sondern ein zentraler Risikofaktor für Wachstum und Stabilität. Unternehmen, die frühzeitig auf strukturierte Prozesse, Digitalisierung und datenbasierte Entscheidungen setzen, stärken ihre Resilienz und ihre Zukunftsfähigkeit.
Intrum unterstützt Unternehmen dabei mit fundierten Analysen, technologischer Expertise und langjähriger Erfahrung im Forderungsmanagement, für stabilen Cashflow, reduzierte Risiken und nachhaltiges Wachstum.