So verbessern Sie die Liquidität Ihres Unternehmens

Der Gewinn zeigt, ob Ihr Unternehmen Wert schafft. Der Cashflow zeigt, ob es seinen aktuellen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Gerade bei Unternehmen, die andere Unternehmen beliefern und auf Rechnung arbeiten, können diese beiden Faktoren jedoch schnell auseinanderfallen. Ein gut gefülltes Auftragsbuch hilft wenig, wenn Zahlungsziele von 90 Tagen dazu führen, dass Sie auf Geld warten müssen, das Ihnen eigentlich bereits zusteht.

Laut dem European Payment Report 2026 von Intrum für Deutschland geben 66 Prozent der Unternehmen an, dass Wachstum in diesem Jahr ihre höchste Priorität ist. Für viele von ihnen stellen verspätete Zahlungen jedoch ein wesentliches Hindernis auf diesem Weg dar.

Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Daten und Entwicklungen, erläutert deren Auswirkungen auf die Unternehmensliquidität und zeigt auf, welche Maßnahmen Finanzabteilungen zum Schutz des Cashflows ergreifen können. Darüber hinaus wird erklärt, an welchen Stellen spezialisierte Unterstützung den entscheidenden Unterschied macht.

Erhöhter Druck durch verspätete Zahlungen

Verspätete Zahlungen sind eine seit jeher bestehende Herausforderung im B2B-Geschäft. Neu ist jedoch das Ausmaß des Problems. Der European Payment Report 2026 von Intrum zeigt, dass derzeit 11,101 Prozent der gesamten Unternehmensumsätze verspätet eingehen und damit über der Schwelle von 10,97 Prozent liegen, die Unternehmen selbst noch als nachhaltig betrachten.

Im Durchschnitt gewähren Unternehmen ihren Kunden ein Zahlungsziel von 43 Tagen. Tatsächlich warten sie jedoch 63 Tage auf ihr Geld. Diese Differenz von 20 Tagen entspricht gebundenem Working Capital, das Unternehmen faktisch vorfinanzieren, ohne dies bewusst vereinbart zu haben.

70 Prozent der Unternehmen geben an, dass verspätete Zahlungseingänge ihrer Kunden sie dazu zwingen, eigene Zahlungen an Lieferanten zu verzögern.

Zahlungsverzug bleibt dabei nicht an einer Stelle stehen. Er setzt sich entlang der gesamten Lieferkette fort und belastet die Liquidität aller Beteiligten. 57 Prozent der Unternehmen berichten, dass sie ihre Wachstumsziele infolge verspäteter Zahlungen direkt verfehlen.

Maßnahmen zur Stärkung Ihres Cashflows

  1. Bonität prüfen, bevor Sie Zahlungsziele gewähren
    Die meisten Unternehmen stellen erst dann fest, dass ein Kunde nicht zahlen kann, wenn die erste Rechnung unbezahlt bleibt. Eine Bonitätsprüfung bereits im Rahmen des Onboardings liefert diese Informationen, bevor Ressourcen eingesetzt, Zahlungsbedingungen vereinbart oder Leistungen erbracht werden.

    Laut dem European Payment Report 2026 von Intrum führen derzeit nur 42 Prozent der deutschen Unternehmen routinemäßig Bonitätsprüfungen durch.

    Wer das Risiko frühzeitig kennt, kann fundiertere Entscheidungen treffen: über die Gewährung von Zahlungszielen, die Anforderung einer Anzahlung oder darüber, wie eng ein Kundenkonto von Beginn an überwacht werden sollte.
  2. Den Zahlungszeitpunkt näher an die Leistungserbringung rücken
    Der einfachste Weg, die Zeitspanne zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang zu verkürzen, besteht darin, den Zahlungszeitpunkt näher an die eigentliche Leistungserbringung zu verlagern.

    Stellen Sie Rechnungen unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten aus, kommunizieren Sie Ihre Zahlungsbedingungen klar und transparent und verlangen Sie – sofern die Geschäftsbeziehung dies zulässt – Vorauszahlungen oder Anzahlungen.

    Dem European Payment Report 2026 von Intrum zufolge verlangen mittlerweile 48 Prozent der deutschen Unternehmen Vorauszahlungen von ihren Kunden, im Jahr 2024 lag der Wert bei 43 Prozent und 2020 noch bei 23%. Vorauszahlungen sind heute eine etablierte Geschäftspraxis und kein Ausdruck von Misstrauen.
  3. Einen strukturierten Forderungsmanagement-Prozess etablieren
    Unternehmen mit den niedrigsten Außenstandstagen (Days Sales Outstanding, DSO) sind selten diejenigen mit den wenigsten schwierigen Kunden. Vielmehr verfügen sie über die konsequentesten Prozesse zur Nachverfolgung offener Forderungen.

    Ein strukturierter Ansatz bedeutet, dass die Eskalation bereits mit der Rechnungsstellung beginnt: durch eine Erinnerung vor Fälligkeit, eine Kontaktaufnahme am ersten Tag des Zahlungsverzugs und eine formellere Kommunikation innerhalb der ersten Woche.

    Auch die Segmentierung von Debitoren nach Größe und Risikoprofil sowie die wöchentliche statt monatliche Überprüfung offener Forderungen sorgen für einen aktuellen Überblick und eine rechtzeitige Reaktion.

    Laut dem European Payment Report 2026 von Intrum ergreifen inzwischen 58 Prozent der deutschen Unternehmen aktiv Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Zahlungsdisziplin und der höchste Anteil seit sechs Jahren.

    Für Unternehmen mit einem hohen Forderungsvolumen ist es jedoch oft schwierig, diese Konsequenz intern dauerhaft aufrechtzuerhalten. Genau hier kann ein strukturierter externer Prozess einen entscheidenden Mehrwert schaffen.
  4. Bezahlen einfach machen und konsequent nachverfolgen
    Kunden zahlen schneller, wenn der Zahlungsprozess möglichst unkompliziert ist. Klare Rechnungen, einfache Zahlungsmöglichkeiten und benutzerfreundliche Zahlungsoberflächen reduzieren Reibungsverluste und minimieren Gründe für Verzögerungen.

    Laut dem European Payment Report 2026 von Intrum investieren derzeit 74 Prozent der Unternehmen in die Verbesserung ihrer Zahlungsprozesse und -schnittstellen.

    Automatisierung verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Lösungen für den Rechnungsabgleich, automatisierte Zahlungserinnerungen und Benachrichtigungen bei überfälligen Forderungen reduzieren den Aufwand manueller Nachverfolgung und stellen sicher, dass jedes Kundenkonto zum richtigen Zeitpunkt bearbeitet wird, auch dann, wenn die Finanzabteilung stark ausgelastet ist.

Von kurzfristigen Maßnahmen zu langfristiger Resilienz

Eine nachhaltige Liquiditätssicherung erfordert, Entscheidungen zu Kreditvergaben, Forderungsmanagement und Liquiditätssteuerung mit derselben Sorgfalt und Disziplin zu behandeln wie die Budgetplanung. Dazu gehören klare Verantwortlichkeiten, standardisierte Prozesse und regelmäßige Überprüfungen, anstatt erst dann zu reagieren, wenn bereits Probleme entstanden sind.

Für Unternehmen mit einem größeren Forderungsbestand kann die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Dienstleister wertvolle Kapazitäten freisetzen. Anstatt Zeit in die Nachverfolgung offener Zahlungen zu investieren, können Finanzteams ihren Fokus auf Analysen und strategische Planung richten, die das Unternehmenswachstum unterstützen.

Wenn verspätete Zahlungen Ihre Liquidität regelmäßig belasten, helfen die Invoice & Payment Services von Intrum dabei, Zahlungen termingerecht zu realisieren und die Außenstandstage (DSO) zu reduzieren – ohne die Arbeitsbelastung Ihrer Finanzabteilung zu erhöhen.